Michael Werl: documenta 15 – Wieder zu viel Politik in der Kunst?

Kassel, 23. Februar 2019. Zur Ernennung der Künstlergruppe ruangrupa aus Indonesien als Kurator der kommenden documenta 15 kommentiert der Vorsitzende der AfD-Fraktion, Michael Werl:

„Die Entscheidung für das Künstlerkollektiv aus Jakarta sendet durch die stolze Anzahl an Kuratoren nicht unbedingt ein Signal der Sparsamkeit angesichts des Millionendefizits aus, wirkt aber dennoch erfrischend bodenständig. Die Ankündigung regionaler Zusammenarbeit lässt eine Rückbesinnung auf Kassel und damit den Ursprüngen unserer Kunstschau erahnen. Wir hoffen, dass der documenta damit trotz des schwierigen Erbes der letzten Kunstschau ein Weg in die Zukunft gewiesen werden kann, authentisch bleibt und sich nicht erneut anmaßt, die Welt mit schwer zugänglichen, ästhetisch lieblosen Ausstellungsstücken verbessern zu wollen.

Wir erhoffen uns nicht nur eine Rückbesinnung auf Kassel, sondern auch eine Rückbesinnung auf die Kunst im klassischen Sinne. Kunst zu sehr mit Politik zu vermischen kann funktionieren, kann aber auch die Kunst eintrüben und dem Betrachter das Gefühl geben, beeinflusst und erzogen zu werden. Es bleibt also abzuwarten, ob die Künstlergruppe tatsächlich Neues bringt oder denselben Fehler wie ihr Vorgänger begeht und sich zu sehr in politischen Feldern verirrt. Die Kunstausstellung ist schon 2017 als Plattform für die Verbreitung politischer Überzeugungen instrumentalisiert worden und hat dadurch einen Imageschaden davongetragen.“

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