Gegen die Verschenkung der Kasseler documenta

Kassel, 06. April 2017. Zu der Entscheidung, die diesjährige documenta zusätzlich in Athen stattfinden zu lassen, sagt Michael Werl, Vorsitzender der Kasseler AfD-Fraktion:

„Die Identität der Stadt Kassel ist mit der documenta untrennbar verbunden. Die Verdienste dieses künstlerischen Großereignisses für das Image dieser Stadt sind von großem Wert und dürfen nicht leichtfertig verspielt werden.

Die Entscheidung, Athen für die diesjährige documenta als weiteren Schauplatz zuzulassen, zeugt von ungeheurer Ignoranz des Kuratoriums gegenüber der Bedeutung dieser Ausstellung für Kassel und die wechselseitige Untrennbarkeit beider. Der verantwortungslose Umgang mit dem Erbe der documenta ist ein Skandal und wäre sicherlich nicht zustande gekommen, würde documenta-Gründer Arnold Bode sich noch dazu äußern können.

Athen als Hauptstadt Griechenlands und Touristenmagnet ist Kassel in seinem Bekanntheitsgrad deutlich überlegen. Die Verantwortlichen haben mit ihrer Entscheidung einer Entwicklung Anstoß gegeben, die vermutlich zu einer langfristigen Verlagerung der documenta außerhalb Kassels führen wird. Einige Presseberichte freuen sich über den positiven Effekt für Athen, doch dieser sollte zum einen nicht unser Anliegen sein, zum anderen geht er auf unsere Kosten. Denn Kassel wird in diesem Jahr zum Nebenschauplatz degradiert. Von hier aus werden zahlreiche Besucher nach Athen reisen, doch von dort aus vermutlich kaum welche nach Kassel.

Dies war nur möglich, weil die Verantwortlichen nicht willens sind, für die Identität Kassels einzustehen. Wer keine Achtung vor den Errungenschaften seiner eigenen Stadt hat, kann nicht erwarten, dass andere sie ihr entgegenbringen. Mit Aussagen wie „Das Leben ist anderswo“ hat sich documenta-Leiter Adam Szymczyk bereits für diese Aufgabe disqualifiziert.

Die Kasseler AfD-Fraktion steht für die Verteidigung Kasseler Kulturguts und für das Recht, die documenta für unsere Stadt zu beanspruchen.“

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