Redemanuskript von Sven R. Dreyer zur Umgestaltung des Brüder-Grimm-Platzes

Kassel, 15. November 2022. Redemanuskript von Sven R. Dreyer zur Umgestaltung des Brüder-Grimm-Platzes:

Sehr geehrte Frau Stadtverordneten-Vorsteherin,
sehr geehrte Kollegen der Stadtverordnetenversammlung,
sehr geehrte Zuhörer,

Die Umgestaltung des Brüder Grimmplatzes ist zurecht aus verschiedenen Gründen umstritten.

Die Bewertung der bestehenden Platzgestaltung aus Sicht des Denkmalschutzes ist eine völlig andere, als von den Befürwortern der Neugestaltung.

Auch über die Vorteile und Nachteile der geplanten neuen Verkehrsführung, so wie sie auch in der Bau- und Planungskommission unter anderem von Herrn Forster ausführlich vorgestellt wurde, kann man geteilter Meinung sein.

Mit einigen Nachbesserungen könnte daraus durchaus eine brauchbare Lösung werden, die verkehrstechnische Notwendigkeiten und die neue Platzgestaltung miteinander vereinbaren lassen.

Seit der Ausschusssitzung am 8. November herrscht eine völlig andere Situation. Man möchte isoliert die Platzgestaltung umsetzen, wie am Beginn sämtlicher politischer Diskussionen über das drohende Verkehrschaos.

Die vorgestellte neue Verkehrsführung, den Linksabbiegerverkehr der Wilhelmshöher Allee an der Rathauskreuzung in Richtung Hauptbahnhof und Ständeplatz über einen Linksabbieger durch die Ulmenstraße, mit einer Kreuzung über das Königstor, in die Friedrich-Ebert-Straße zu leiten, ist keine ideale Lösung, würde aber wenigstens einem Großteil der Anforderungen gerecht, wie den Kfz Verkehr nicht massiv auf die geplante Fahrradstraße Königstor zu lenken.

Auch die Rechtsabbiege-Möglichkeit von der Wilhelmshöher Allee über die Friedrichstraße in Richtung Königstor sollte durch einen neuen Linksabbieger von der fünf Fensterstraße ins Königstor ersetzt werden.

Wenn der Neugestaltung des Platzes heute, ohne diese Maßnahmen verbindlich mit einzuschließen, zugestimmt wird, werden alle Befürchtungen bezüglich einer vollkommen verantwortungslosen Verkehrspolitik in Kassel Wirklichkeit.

Eine Ablehnung der heute zur Abstimmung stehenden Vorlage wäre nicht das Ende des Projekts, sondern die verbindliche Auflage, dieses Projekt so durchzuführen, wie es verkehrstechnisch zu verantworten ist.

Mit der heutigen Vorlage, steht die Zerstörung einer wichtigsten Verkehrsverbindung in Kassel zur Abstimmung, ohne dass sie durch eine durchdachte Alternative ersetzt wird.

Alle Grundsätze, Belastung von Anwohnern, Umwelt und CO2-Emissionen zu reduzieren und den Radverkehr nicht durch zusätzlichen Kraftverkehr zu gefährden, werden hier einfach ignoriert.

Angesichts dieser kurzfristigen Entwicklung, der man ja schon fast Böswilligkeit unterstellen muss, wäre eine Zustimmung zur heutigen Vorlage verantwortungslos.

Aus diesem Grunde beantrage ich die namentliche Abstimmung.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

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