Vertreter der Kunstszene fordern verschwenderische Freiheit

Kassel, 18. Januar 2018. Zum Millionen-Defizit der documenta und der zukünftigen Ausrichtung der Ausstellung haben sich in einem offenen Brief Museumsleiter, Professoren und Kuratoren mit zahlreichen Forderungen zu Wort gemeldet. Dazu erklärt Michael Werl, Vorsitzender der AfD-Fraktion im Kasseler Rathaus:

„Was die Museumsdirektoren, Künstler und sonstigen Unterzeichner dieses offenen Briefes noch immer nicht verstanden haben: Kunst gibt es nicht zum Nulltarif. Sie stehen mit ihrem Beruf auf der Empfängerseite von öffentlichen Transferleistungen und scheinen den Bezug zur Realität verloren zu haben. Denn die Mittel für ihre künstlerischen Ausschweifungen müssen erst vom Steuerzahler mühevoll erwirtschaftet werden. Sieben Millionen Euro Defizit sind kein Kavaliersdelikt. Es ist eine Unverschämtheit, nun von einer zu starken Fokussierung hin auf einen gesunden Haushalt und einer fehlgeleiteten Einmischung der Politik zu sprechen, wo doch gerade die Ereignisse der vergangenen documenta gezeigt haben, was passiert, wenn diese eben nicht stattfindet. Die „unabhängige Struktur“, wie die documenta in diesem Brief bezeichnet wird, existiert nicht; solange sich die documenta nicht aus eigener Kraft finanzieren kann, existiert keine Unabhängigkeit, noch kann diese von jenen eingefordert werden, die die Schulden nun zu tragen haben. Als die Stadt Kassel und das Land Hessen mit einer jeweils 4 Millionen Euro hohen Bürgschaft zur Rettung der documenta gGmbH beitrugen, hat sich keiner über diese Einmischung beschwert. Bei einer unabhängigen Abzahlung eigener Schulden hört der Wunsch nach künstlerischer Freiheit dann doch auf.

Alles, was die Unterzeichner stellvertretend für die ganze Kunstszene zu fordern scheinen, ist die Freiheit, ohne Beobachtung über Steuergelder schalten und walten zu können, wie sie wollen. Für die Bevölkerung hat die jüngste documenta nicht nur Vorteile gebracht. Neben den Schulden steht des Weiteren ein Denkmal auf dem Kasseler Königsplatz, beschönigend „Obelisk“ genannt, welcher als Symbol der grundgesetzwidrigen Masseneinwanderung seit der Grenzöffnung getrost als Inthronisierung des Unrechts bezeichnet werden kann.

Es reicht für einen Geschäftsführer eben nicht aus, nur von einer möglichen Überschreitung des Budgets zu warnen, sondern die Entstehung eines Millionendefizits zu verhindern. Die documenta ist kein rechtsfreier Raum, und Versagen zieht Konsequenzen nach sich, die Annette Kulenkampff mit ihrer Entlassung zu tragen hat. Über die Zukunft der documenta sollte kein „internationaler Expert_innenbeirat“ entscheiden, sondern wirtschaftliche Experten, die im Interesse der Geldgeber handeln – der deutschen Steuerzahler.“

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